KMU

Wie KMU Menschenrechte schützen können

Von Unternehmen wird heute erwartet, dass sie die Menschenrechte achten. Meist ist in diesem Zusammenhang von grossen multinationalen Firmen die Rede. Doch das ist verkürzt. Die Wahrung der Menschenrechte geht alle Unternehmen an. Der Bund hat kürzlich eine Broschüre veröffentlicht, die sich ganz gezielt an KMU richtet.
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Die Achtung der Menschenrechte gehört zur Verantwortung von Unternehmen – auch von KMU.
Die Achtung der Menschenrechte gehört zur Verantwortung von Unternehmen – auch von KMU.

Die Achtung der Menschenrechte gehört zur Verantwortung von Unternehmen. Von ethischem Verhalten können sie ganz direkt profitieren. Zum einen werden potenzielle Reputationsrisiken vermieden, zum andern kann die proaktive Achtung der Menschenrechte auch die Produktivität steigern, wenn sich die Mitarbeitenden stärker mit dem Betrieb identifizieren. Geschäftspartner, Kunden und Konsumenten reagieren in der Regel ebenfalls positiv auf einen sorgfältigen Umgang mit Menschenrechten. Doch die Herausforderung kann für ein KMU gross sein. Und die Frage stellt sich, ob es tatsächlich etwas zum Schutz der Menschenrechte beitragen kann. Die Broschüre des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten EDA und des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO geht dem nach. Sie enthält konkrete Vorschläge zur Integration von Menschenrechtsfragen in die Unternehmensführung. Die menschenrechtliche Sorgfaltsprüfung nimmt dabei eine zentrale Rolle ein.

Heute haben vor allem grosse Konzerne die Frage der Menschenrechte im Fokus. Ihre Anstrengungen weisen sie in Nachhaltigkeitsberichten aus. Sie versuchen, ihrer Sorgfaltspflicht gerecht zu werden und den Ansprüchen von Investoren, Kunden, Konsumenten, Zivilgesellschaft, Gewerkschaften und Behörden zu genügen. Logitech hat beispielsweise eine Ethik-Hotline errichtet, die von einem Drittanbieter verwaltet wird. Mitarbeitende haben so jederzeit die Möglichkeit, vertraulich und anonym über beobachtete Ereignisse zu berichten. 

Welche Menschenrechte sind relevant?

Allerdings stehen nicht nur grosse Firmen in der Verantwortung, sondern auch KMU. Welche Menschenrechte für ein KMU zentral sind, hängt von der Branche, der geografischen Geschäftstätigkeit, den verwendeten Rohstoffen, den Produkten und den Geschäftspartnern ab.

Eine Sorgfaltsprüfung hilft KMU, mögliche negative Auswirkungen ihrer Unternehmenstätigkeit auf die Menschenrechte zu erfassen. Sie basiert auf Empfehlungen von internationalen Organisationen, insbesondere den «UNO-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte».

  1. In einem ersten Schritt ist es wichtig, dass die Menschenrechte bewusst als wichtiger Bestandteil einer verantwortlichen Unternehmensführung angesehen werden. Viele KMU können sich möglicherweise gar nicht vorstellen, dass sie mit ihrer Tätigkeit auch Menschenrechte tangieren.
  2. Danach gehören eigene Tätigkeiten, Lieferketten und Beziehungen mit Geschäftspartnern untersucht. Gibt es mögliche negative Auswirkungen auf Menschenrechte?


Die Grafik zeigt für die Sorgfaltsprüfung relevante Geschäftsbeziehungen und Gruppen, sowie Beispiele von möglichen negativen Auswirkungen (SECO/EDA: “Broschüre – Sorgfaltsprüfverfahren für Schweizer KMU im Bereich der Menschenrechte”).

Links:
Broschüre – Sorgfaltsprüfungsverfahren für Schweizer KMU im Bereich der Menschenrechte (SECO/EDA)
Koordinationsstelle des Nationalen Aktionsplans für Wirtschaft und Menschenrechte

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Die dauerhafte Verankerung einer gebührenden Sorgfalt im Umgang mit Menschrechten geschieht nicht von heute auf morgen. Vielmehr handelt es sich um einen internen Prozess, bei dem ein KMU laufend dazu lernt und seinen Ansatz Schritt für Schritt weiterentwickelt und verbessert.
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